Welche Summe braucht man zum Leben?

Vor einigen Jahren machte ich ein Gründerseminar mit. Dort wurde uns eine Frage vorgelegt, die mir bis heute immer wieder mal einfällt. Es ging um Businesspläne, Banken und Gewinnsummen.

Das Einkommen der Unternehmerperson wird im Businessplan als Gewinn bezeichnet. Die Frage lautete also: Welche Summe geben Sie mindestens als beabsichtigten Gewinn an, damit die Bank Ihren Businessplan überhaupt ernst nimmt? 

Die meisten von uns guckten erst mal einander an, dann überlegten wir, wieviel wir notfalls zum Leben brauchen. Die Summen, die wir dann nannten, hätten den Bankangestellten allenfalls ein müdes Lächeln entlockt.

Welche Summe würdest du nennen? Die korrekte Antwort findest du unter „mehr“ 

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Die korrekte Antwort lautete: Monatlich 2500 Euro. Nochmal zum Mitdenken: Banken sind ist der Meinung, dass ein Mensch in Deutschland mindestens  2500 Euro monatlich zum Leben braucht. 

Warum liegt die diskutierte Summe für ein Grundeinkommen so weit darunter?

Wie passt das zusammen? Wenn vom Grundeinkommen die Rede ist, wird am häufigsten die Summe von 1000 Euro genannt. Was sagt die Differenz zwischen diesen beiden Summen aus über unser Verhältnis zu Geld und Leben?

Es gibt ja schon einen Unterschied zwischen Leben und Existieren. Das Existenzminimum liegt nah an der Armutsgrenze. Ach ja, die gibt es auch noch. 

Definition Armutsgefährdungsgrenze: Eine Person gilt nach der EU-Definition als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60% des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt (Schwellenwert der Armutsgefährdung). Diese Schwelle lag in Deutschland 2018 bei 1.135,67 Euro.  

Was das bedeutet, kannst du dir selbst denken: Ein „Grundeinkommen“ von 1000 Euro ist keins. Aus diesem Grund wählte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung für sein Projekt „Pilotprojekt Grundeinkommen“ auch die Summe von 1200 Euro. Was immer noch sehr, sehr knapp ist.  

Wofür ist ein Grundeinkommen gedacht?

An dieser Stelle wechseln wir von den Zahlen zu den Absichten. Worum geht es denn bei der Idee des Grundeinkommens? Warum wird sie so intensiv diskutiert und erhitzt die Gemüter fast bis zum Siedepunkt? 

Die Idee des Grundeinkommens ist es, dass jeder Mensch leben darf. Nicht nur auf dem Papier, sondern in der Praxis. Damit jede Person leben kann, braucht es in der heutigen Welt ein entsprechendes Finanzierungsmodell. 

Unser aktuelles Modell ist noch geprägt von den Ansichten, die zum Beispiel Luther verrat: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Es werden zwar großmütig Ausnahmen gemacht für Gruppen wie Kinder, Kranke, Alte. Auch für die, die ganz offensichtlich nicht arbeiten können. Doch die meisten Menschen sind gezwungen, sich ihr Leben zu verdienen. 

So ist die Welt eben … 

Das fällt uns nicht auf. Es ist die Welt, die wir vorfinden, wenn wir geboren werden. Sie wird so erklärt, gerechtfertigt, als alternativlos dargestellt. Unter all den klugen Erklärungen, unter all den intelligenten Rechtfertigungen liegt jedoch noch eine Ebene, die uns nicht so bewusst ist. Diese Ebene enthält das, was von diesem Denken gefüttert wird: Erpressbarkeit und Existenzangst. 

Das Problem ist, dass Arbeit zwar als Leistung gesehen wird – aber der Wert dieser Leistung wird sehr, sehr willkürlich festgelegt. Wenn zum Beispiel eine Führungskraft in einer Firma das 20fache bekommt von dem, was der Mitarbeiter mit dem niedrigsten Lohn bekommt – glaubst du, der Manager erbringt wirklich eine 20fache Arbeitsleistung? Oder umgekehrt: Erbringt der Mitarbeiter wirklich nur ein 20stel an Leistung? Ist dieses Wertesystem, dieses Verteilungssystem vernünftig und gesund? 

Ein weiteres Problem in diesem Modell: Was sollen Menschen machen, wenn sie nicht arbeiten dürfen? Wenn durch Veränderungen ganze Branchen wegfallen oder zusammenbrechen? Wie es 2020 durch die Corona-Maßnahmen unter anderen die Veranstaltungsbranche und Tausende Solo-Selbstständige erleben.  

Machst du ein Spiel mit, ein Gedankenspiel? 

Stellen wir uns versuchshalber eine Welt ohne dieses Bewertungsdenken vor. Eine Welt mit einer gleichmäßigen Verteilung. Wenn das vorhandene Geldvermögen gleichmäßig auf alle Menschen verteilt würde – wieviel bekäme dann jede.r Einzelne?

Mach es spannend. Schätze erst – schau dir erst danach die Lösung an. Unter „mehr“.

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Die Antwort: Jede.r Mensch bekäme acht Millionen Euro.

Hast du weit darunter geschätzt? Oder auf eine höhere Summe getippt? War deine Einschätzung zutreffend? 

Deine Antwort spiegelt deine finanzielle Erlebniswelt. Menschen mit kleinem Einkommen geben in der Regel Summen an, die unter den acht Millionen liegen. Menschen mit viel Geld auf dem Konto liegen mit ihrem Tipp hingegen eher darüber.

Dieses Spiel zeigt, dass bei einer gleichmäßigen Verteilung der Ressource Geld jeder Mensch genug zum Leben hätte. Die Zahl ist übrigens von 2001. Wie hoch sie wohl heute wäre, im Jahr 2020? Das ist an diesem Punkt gar nicht wichtig. Wichtig ist, sich klar zu machen, dass insgesamt genug für alle da ist. Ob Menschen leben können oder darben, ist auf diesem Planeten und zu unserer Zeit einzig eine Frage der Verteilung. 

Was nun diese monatliche Summe von 2500 Euro angeht … ich sprach mit einem Freund darüber. Er meinte, 2500 Euro wären eher gültig für Selbstständige, weil diese deutlich höhere Versicherungssummen einrechnen müssen. Fürs Leben alleine würden in Deutschland wohl 2000 Euro ausreichen. 

Sind dann immer noch deutlich mehr als 1000 Euro, wahr?

Was wollen wir finanzieren? 

Letztlich geht es mir jetzt auch noch nicht um das Festlegen einer Summe. Sondern um unsere innere Haltung. Denn sie entscheidet über die Verteilung der Ressourcen. Werden sie so verteilt, dass alle einfach leben können? Oder so, dass ein Teil der Menschen im Überfluss schwelgen kann, während ein anderer Teil in ständiger Erpressbarkeit und ein dritter Teil in akuter Existenzsorge lebt? 

Das Grundeinkommen will erreichen, dass alle Menschen leben können. Finanziell gesehen. Leben. Mit gesicherter Existenz UND gesellschaftlicher Teilhabe. Dass alle Menschen genug haben zur Erfüllung der fünf menschlichen Grundbedürfnisse: Nahrung, Kleidung, Obdach, Instandhaltung und Seelennahrung. 

Was finanzieren wir jetzt und hier? 

Zur Zeit finanzieren wir das gewohnte Bewertungssystem – darin enthalten sind neben lebensfreundlichen Werten unter anderem auch ausbeuterische Geschäftspraktiken, umweltzerstörende Industrien, steuererleichterte Milliardenvermögen.

Wollen wir Leben finanzieren?

Leben finanzieren funktioniert nur mit einem anderen Wertesystem. Nicht mit einseitigem Blick auf willkürlich bewertete Leistung, sondern mit umfassendem Blick auf die Auswirkungen, die Konsequenzen der erbrachten Leistung. 

Dazu passt ein Grundeinkommen. Machbare Modellvorschläge gibt es genug. Die Summe muss dann auf jeden Fall wirklich Leben ermöglichen. Alles darunter ist Etikettenschwindel. 

 

 

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Ich wünsche dir viele glückliche Momente mit Geld! 

 

 

 

 

 

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