Berührung ist mein Koffein

Ein melodisches Klingeln erfüllt den Raum.

Mein Liebster greift schlaftrunken nach dem Wecker und stellt ihn aus. Dann bewegt er sich langsam in die Senkrechte und nimmt Kurs auf die Küche. Ein paar Minuten später sind von dort typische Geräusche zu hören: Kaffeemühle, kochendes Wasser, Gluckern beim Einschenken, Aaaaaah. Erst wenn das Koffein zu wirken beginnt, wird er das, was man einen wachen Menschen nennt. 

Bei mir funktioniert das nicht.

Wenn ich Kaffee trinke, passiert nur eins: Meine Geschmacksnerven organisieren blitzschnell eine Protestdemo und melden verärgert ein Misshandlungsdelikt. Den Duft von Kaffee mag ich. Doch der Geschmack ist für mich so abstoßend, dass mir davon höchstens schlecht wird. Und schlecht werden nützt nichts beim Wach werden.

Zum Glück für mich gibt’s Wachmacher nicht nur in handelsüblicher trinkbarer Form.

Wenn ich morgens den Weckruf vernehme, lege ich mir die Hände auf die Haut. Nur noch eine Minute … beginne dann langsam, mich zu bewegen, räkle mich und gehe dann schon mal in die Senkrechte – nur bis zum Sitzen. Langsam, manchmal auch gähnend, greife ich mir dann einen Fuß und fange an, ihn zu berühren. Hand auf Haut. Langsam. Genüsslich. Und nicht allzulange.

Denn der Rest meines Körpers will auch noch drankommen. Jeder Zentimeter Haut. Wie lange das dauert? Meistens etwa 50 Sekunden – ich hab´s gemessen.

Wenn ich wenig Termine und viel Zeit habe, dehne ich es auch mal aus auf 3 Minuten. Die Auswirkungen sind ähnlich wie die des Kaffeetrinkens bei meinem Schatz: Ich komme an in meinem Körper, nehme allmählich meine Umgebung wahr, werde handlungsfähig, Wach eben.

Und das ganz ohne Geschmacksnervenprotest. Ohne beeinträchtigende Nebenwirkungen. Obwohl – Suchtgefahr besteht schon auch. Wobei ich mit dieser Art von Sucht bestens klarkomme. Ist eben alles Geschmackssache. Willst du auch auf den Geschmack kommen?

Dann mach die Berührungs-Probe:

Setz dich hin und nimm deine Füße bewusst wahr – wie fühlen sie sich an?

Dann nimm einen Fuß – ohne Schuh natürlich – in deine Hände. Halte ihn. Streichle ihn. Knete ihn sanft. Eine bis zwei Minuten.

Jetzt vergleiche beide Füße miteinander – den berührten und den unberührten. Der Unterschied wird deutlich sein. Und du wirst problemlos entscheiden können, welcher sich glücklicher anfühlt. Angenehm. Entspannt. Warm. Erholt. Genährt.

Genährt? Wie beim Essen?

Ja, genau! Zu wenig Berührung – die Wissenschaft nennt das taktile Unterversorgung – erzeugt ähnliche Symptome wie Mangelernährung. Taktile Sättigung hingegen macht satt und glücklich wie eine leckere, gute Ernährung. 

Deshalb nenne ich meinen morgendlichen “Berührungs-Kaffee” auch meine Hautmahlzeit. Meine Erfindung! 

Die Hautmahlzeit auch für dich?

Wenn du Berührung auch nur ein bisschen magst, kannst du die Hautmahlzeit auch für dich anwenden. Deswegen musst du auf Kaffee nicht verzichten. Nährende Selbstberührung steigert dein Wohlbefinden unabhängig von anderen Gewohnheiten.

Vielleicht Abends nach einem anstrengenden Tag, den du in beengender Kleidung und ständig auf den Füßen zubrachtest? Oder morgens vor dem Aufstehen. Wie es für dich passt.

Die Hautmahlzeit auch für dich:

Wie es geht, hast du ja oben gelesen. Du weißt auch schon, dass es nur 50 Sekunden dauert. Wenn man Übung hat – die ersten Male kann es schon eine bis zwei Minuten dauern. So als Investition in das eigene Wohlbefinden lohnt sich das.

Meine ausführliche Beschreibung mit Anleitung: Link zu Berührung und Hautmahlzeit

Ich wünsche dir viel Freude beim Probieren und Praktizieren! 

Die Hautmahlzeit – und nährende Berührung in anderen Varianten – kannst du erfolgreich auch zu anderen Zeiten und Gelegenheiten einsetzen. Darüber mehr in anderen Artikeln. Soviel kann ich klar sagen: 

Berührung ist wichtig wie ein Grundnahrungsmittel und köstlich wie ein Dessert.
Guten Appetit! 
Mehr Möglichkeiten für Berührung und Resilienz
Mehr Informationen

Informationen und Einblicke findest du in weiteren Blog-Artikeln. 

Oder auf meiner Website. 

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